Atemtests auf Milchzucker und Fruchtzuckermalabsorption

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Zuckerunverträglichkeiten sind in Mitteleuropa sehr verbreitet.  
Alleine in Deutschland leiden 15-22% der Bevölkerung an einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit). Die Häufigkeit einer Fructosemalabsorption liegt mit 30-40% noch deutlich höher.
Ein sicherer Nachweis gelingt nur über Wasserstoffatemgasanalysen.

Laktoseintoleranz
Eine Laktoseintoleranz beruht auf einem Mangel an milchzuckerspaltenden Enzymen, der angeboren oder erworben sein kann. Häufig nimmt die Enzymaktivität aus bisher unbekannten Gründen mit zunehmendem Alter unwiederbringlich ab.
Der Organismus der Betroffenen produziert eine zu geringe Menge an Laktase, ein Enzym, das zur Verdauung von Milchzucker im Darm benötigt wird. Durch die im Dünndarm nicht oder nur unzureichend stattfindende Fermentierung durch Laktase gelangen die Milchzuckermoleküle in unverändertem Zustand in den Dickdarm und werden von den dort befindlichen Bakterien vergärt. Es entstehen Abbauprodukte (v.a. kurzkettige Fettsäuren), die für das Beschwerdebild der Laktoseintoleranz verantwortlich sind: Durchfallneigung, Blähungen, Bauchschmerzen. Aber auch eine Vielzahl unspezifischer Symptome werden oft mit einer Laktosemalabsorption im Verbindung gebracht: chronische Müdigkeit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen, innere Unruhe, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen usw.

Nachgewiesen werden kann eine Laktosemalabsorption über eine Wasserstoffatemgasanalyse, bei der nach Gabe von Milchzuckergabe die H2-Konzentration in der Atemluft nach 30, 60, 90 und ev.120 min gemessen wird.

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Fruchtzuckermalabsorption
Der Fructosemalabsorption liegt ein defektes Transportsystem im Dünndarm zu Grunde. Die Fructose wird im Dünndarm nur unzureichend resorbiert, so dass hohe Konzentrationen vom Dünndarm in den Dickdarm übertreten, wo auch die Fructose von der dort ansässigen Flora verstoffwechselt wird. Das Vorkommen der Fructosemalabsorption wird in der Bevölkerung der Zivilisationsländer sehr hoch eingeschätzt, wobei nur die Hälfte der Betroffenen typische abdominelle Beschwerden zeigen. Die Beschwerden ähneln denen der Laktoseintoleranz, wobei auf Grund eines mit der Fructosemalabsorption scheinbar ursächlich in Zusammenhang stehenden Zink-, Folsäure- und Tryptophanmangels ein Auftreten von depressiven Symptomen, Schlafstörungen und ein geschwächtes Immunsystem oft beobachtet werden. Mit der Fructosemalabsorption ist häufig auch eine Malabsorption der Zuckeralkohole Sorbit und Xylit assoziiert.
Nachgewiesen werden kann eine Fructosemalabsorption mit einer H2 Atemgasanalyse bei der nach Gabe von Fructose die Wasserstoffkonzentration in der Atemluft nach 30, 60, 90, und ev 120 min gemessen wird.
 
 
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